Gesprächsbereitschaft und Offenheit im Einzelhandel

Er sei mutlos, nicht innovativ und unflexibel, müsse dies und solle jenes tun, um sein Geschäft wieder richtig in Gang zu bekommen. An Kritik am Einzelhandel wird nicht gespart. Statt durch Vorwürfe zu spalten sollten wir lieber alles daran setzen, unvoreingenommen miteinander zu reden, meint Jens Fischer, CEO K.U.L.T.OBJEKT Marken- und Erlebnisarchitektur.   

In Krisensituationen oder wenn‘s nicht rund läuft, wird gern schnell ein Schuldiger ausgemacht, auf dem dann ordentlich herumgehackt werden kann. Dieser Automatismus mag menschlich sein, schön ist er nicht. Und im vorliegenden Falle führt er in eine Sackgasse.

Dass viele Handelshäuser den Anschluss an eine zeitgemäße Art, Handel zu betreiben, zu verlieren drohen, kann nicht ihnen allein angekreidet werden. Wir Dienstleister tragen Mitverantwortung.

In manchem Handelshaus regiert die Angst. Statt den Informationsfluss in Gang zu halten, den ein Unternehmen dringend braucht, um im disruptiven Umfeld nicht wegdigitalisiert zu werden, scheinen ganze Führungsetagen damit beschäftigt zu sein, sich an den Stuhlbeinen ihrer Sitzplätze festzuhalten. Wir beobachten vielerorts eine Starre in Denke und System bis hin zur Entscheidungsunfähigkeit. Auch kleinere Einzelhändler folgen oft dem Reflex, Kopf und Schwanz einzuziehen und zu hoffen, von der Digitalisierung verschont zu bleiben.

Selbst auf Handels-Events und -kongressen – dort, wo es um Innovation und Neuerfindung des Einzelhandels geht – sind sie meist unterrepräsentiert, die Mittelständler, kleineren und mittleren Filialisten. Und, um ehrlich zu sein, wundern auch wir uns, dass sie uns nicht täglich die Türen einrennen und unverbindlich Information und Austausch einfordern in dieser Zeit, die mit ihrer Digitalisierung jeden zwingt, alte Gepflogenheiten in Frage zu stellen.

Die Angst vor der Zukunft, der Veränderung und dem Ungewissen lähmt. In unserem Bereich der Store-Inszenierung, wenn es also um aktualisierte Geschäftsformate, Store-Design und Kundenerlebnis geht, herrscht Angst vor hohen Kosten. Aber auch davor, von irgendwelchen Besserwissern „etwas angedreht“ zu bekommen, was sich im Nachhinein als unbrauchbar erweist. Als Reaktion: Viele Einzelhändler machen zu. Nicht ihre Läden, sondern ihre Antennen.

Die Seite der Planer und anderer Dienstleister trägt an der Lähmung eine gewisse Teilschuld. Offenbar scheint hier in den letzten Jahren in der Kommunikation einiges schief gelaufen zu sein. Zwar befeuern wir die Retailer mit Appellen, stärker aus der Sicht ihrer Kunden zu agieren, missachten aber diesen Rat offenbar zu oft selbst.

Wir bei K.U.L.T.OBJEKT glauben fest daran, dass jeder formale oder informelle Austausch die Gesprächspartner voranbringt. Offen, zugewandt und vernetzt zu sein halten wir für Erfolgsfaktoren. Wir bemühen uns aktiv darum, die Sicht unserer potenziellen Kunden, der Einzelhändler einzunehmen, sie „mitzunehmen“ und mit unserer Sichtweise auf die Welt des Retails vertraut zu machen. Vorbehaltlos und offen, egal ob es sich um ein unabhängiges, inhabergeführtes Fachgeschäft handelt oder das Unternehmen mit 30 Filialen.

Immer häufiger schalten wir daher vor eine Store-Konzeption oder Detailplanung einen unverbindlichen Consulting-Baustein, in dem wir einen Einzelhändler auf eine visuelle Reise durch die eigene Branche schicken – schlicht und einfach, um ihn andere Denkweisen kennenlernen zu lassen. Virtual Reality ist hierfür ein sinnvolle Technologie. Sie macht es möglich, mit den Augen in visionäre, ideelle Store-Konzepte „hineinzulaufen“. So ist ohne großen Aufwand das emotionale Erlebnis spürbar, das eine gut gemachte Store-Inszenierung beim Kunden auszulösen in der Lage ist. So ist auf relativ einfach Weise emotional erfahrbar, welche neuropsychologischen, digitalen und inszenatorischen Methoden in der Retail-Architektur zur Verfügung stehen und wie sie aus Kunden eine Community machen.

Wir laden Sie herzlich ein, anlässlich der Kind + Jugend mit uns ins – unverbindlich intensive – Gespräch zu kommen.

0 56